ÖffSchOR – Tägliches Update zu operationellen Risiken aus COVID-19

Die Corona-Pandemie führt weltweit zu erhöhten operationellen Risiken in Finanzinstituten. Hier finden Sie aktuelle Schadenereignisse und Risikoszenarien aus der Presse.

Ausführlichere Fallbeschreibungen dazu und zu vielen anderen operationellen Risiken können Sie in ÖffSchOR nachlesen – Informationen dazu finden Sie im rechten Kasten.

08.05.2020 Die Betrugsfälle bei staatlichen Corona-Hilfen häufen sich. Presserecherchen zufolge wurden bundesweit mindestens 536 Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts eingeleitet. Die Staatsanwaltschaften rechnen mit steigenden Fallzahlen, man stehe erst am Anfang, da zahlreiche Verdachtsmomente noch geprüft werden müssen. Der Anstieg spiegelt sich auch in den Zahlen der Financial Intelligence Unit (FIU), der Zentralstelle Deutschlands zur Bekämpfung von Geldwäsche, wider. Rund 2.800 Meldungen mit Bezug zu Covid-19 sind in den ersten vier Wochen bei der FIU eingegangen. Ansonsten erhält die Zentralstelle monatlich rund 6.000 – 10.000 Meldungen, davon steht rund ein Drittel im Zusammenhang mit mutmaßlichem Betrug.
07.05.2020 Mit den Lockerungen der Pandemiemaßnahmen öffnen viele deutsche Banken die Filialen wieder, die sie im März geschlossen hatten. Bei der Commerzbank öffneten in dieser Woche 50 Filialen, bei der Deutschen Bank gingen 80 der 200 geschlossenen Filialen wieder in Betrieb. Die Öffnungen sind mit Vorkehrungen zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden vor der Infektion verbunden. Die Banken lenken den Kundenverkehr, um die Abstandsregeln einzuhalten, installieren Plexiglasscheiben in den Servicebereichen als Spuck- und Niessschutz und stellen Desinfektionsmittel zur Verfügung. In einigen Banken, z.B. in den Filialen der Sparda-Bank West, gilt Maskenpflicht.
05.05.2020 In den letzten Tagen versendeten Betrüger E-Mails im Namen verschiedener Förderinstitute. Im Text wird eine Drohkulisse aufgebaut zu möglichen Straftatbeständen bei Falschangaben zu Corona-Hilfen, die Empfänger werden aufgefordert, ein beigefügtes Formular ausgefüllt zurückzusenden oder zu viel erhaltene Hilfen zurückzuzahlen. Die E-Mail-Absenderadressen enden mit „.com“ und entsprechen nicht den echten Adressen der Banken. Die Banken warnen auf ihren Homepages vor dieser neuen Phishing-Masche.
30.04.2020 In Asien kehren die ersten Bankmitarbeiter aus dem Homeoffice zurück ins Büro. Bei Goldman Sachs in Hongkong sollen bis zum 25.5. 50% der Mitarbeiter im Büro sein. Beim Gebäudezutritt wird die Körpertemperatur gemessen. Bei der UBS in Hongkong wurden am Eingang die Tastenfelder für den Zugangscode durch Kartenlesegeräte ersetzt. Die Mitarbeiter müssen im Büro eine Maske tragen und in größerem Abstand sitzen als zuvor. Auch in anderen Teilen der Welt denken Banken über Maßnahmen nach. JP Morgan erwägt, Service-Personal abzustellen, das die Aufzugsknöpfe drückt. In den Kantinen soll es nur noch verpacktes Essen geben. Goldman Sachs diskutiert berührungslose Türen oder die Auslage von Feuchttüchern, mit denen die Türgriffe angefasst werden sollen. An den größten Standorten von Wells Fargo überprüft medizinisches Personal die Mitarbeiter auf Covid-19-Symptome wie Fieber, andere Banken erwägen regelmäßige Tests. Einige Institute denken darüber nach, ihre Standortkonzepte langfristig zu ändern und nicht mehr so viele Mitarbeiter in großen Gebäuden an teuren Standorten arbeiten zu lassen. Viele Banken rechnen indes damit, dass Teile der Belegschaft mindestens bis Ende des Jahres im Homeoffice arbeiten werden.
29.04.2020 Seit dem 27.4.2020 gilt in Deutschland Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Je nach Bundesland sind die Details unterschiedlich geregelt. So gilt die Maskenpflicht in Hessen ausdrücklich auch für Banken, nach Angaben einer bayerischen Regierungssprecherin in Bayern ebenfalls. Kunden, die keine Maske tragen, können in Hessen im Wiederholungsfall mit einem Bußgeld von 50 Euro, in Bayern sogar mit 150 Euro belegt werden. In Bayern droht auch Ladenbetreibern ein Bußgeld von 5.000 Euro, wenn sie nicht sicherstellen, dass ihr Personal Masken trägt. Für Zwecke der Identifizierung des Kunden kann die Maske – bei Einhaltung eines Mindestabstands und sachgerechtem Abnehmen – kurzzeitig abgenommen werden. Ein Händedesinfektionsmittel für den Kunden sollte vorgehalten werden.
28.04.2020 Das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht sieht vor, dass Verbraucher, die Darlehensforderungen aufgrund der Folgen der COVID-19-Pandemie derzeit nicht erfüllen können, ein Leistungsverweigerungsrecht bis zum 30.6.2020 haben. Die Bank muss also die Zins- und Tilgungsleistungen stunden. Im Anschluss daran soll der Vertrag wie ursprünglich vereinbart fortgesetzt werden. Verbraucherschützer und Banken diskutieren nun darüber, ob eine Bank für die damit verbundene Verlängerung der Kreditlaufzeit Zinsen erheben kann oder nicht. Bislang haben Banken und Sparkassen mehrere Hunderttausend Verbraucherdarlehen gestundet.
27.04.2020 Ein Bochumer Gastronom hatte 2007 bei der Allianz eine Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen. Sie sollte zahlen, wenn einer seiner Betriebe aufgrund von behördlicher Anordnung wegen Krankheiten, die zum Zeitpunkt des Abschlusses im Infektionsschutzgesetz standen, geschlossen wird. Im März 2020 musste der Gastronom seine Betriebe auf Anordnung der Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie schließen. Er machte Ansprüche aus der Versicherung geltend. Die Allianz lehnte die Zahlung ab, da Covid-19 nicht in der Police aufgeführt sei. Sie schlug eine freiwillige Zahlung vor, der Versicherte lehnte ab und klagt gegen die Allianz. Der Fall erhielt viel mediale Aufmerksamkeit. Laut Branchenverband Dehoga haben 25.000 bis 40.000 Gastronomiebetriebe eine Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen, einige hundert hält er für klagebereit.
24.04.2020 Aufgrund der Ausnahmesituation haben die Aufsichtsbehörden die Handelsregeln gelockert. Normalerweise müssen diese Geschäfte in den Räumen der Banken abgewickelt werden. Banken befürchten, dass Mitarbeiter im Homeoffice die laxeren Kontrollen ausnutzen könnten und somit neue Handelsskandale drohen. Compliance-Mitarbeiter, die die Einhaltung der Regeln überwachen, sind schließlich weit weg und nicht vor Ort. Compliance-Mitarbeiter räumten ein, dass einige Kontrollen im Homeoffice nicht möglich sind. Um zu verhindern, dass beispielsweise Bilanzen in dieser Situation manipuliert werden, hat das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young einige seiner Mitarbeiter in Banken entsandt. Teilweise wurden Compliance-Mitarbeiter in andere Abteilungen der Bank versetzt, um die Flut an Kundennachfragen nach Kreditstundungen oder neuen Darlehen zu bewältigen.
24.04.2020 Subventionsbetrug bei Corona-Hilfen: Wegen des Betruges im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen in Berlin ermitteln Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt bislang zu knapp 150 Fällen. Der Schaden der Investitionsbank Berlin liegt Stand 23.4.2020 bei etwa 700 TEUR. Seit April sind 46 Fälle mit 55 Verdächtigen bei der Staatsanwaltschaft Berlin anhängig. Ein Haftbefehl wurde vollstreckt. Der Verdächtige soll mit zwei Komplizen bei der Investitionsbank Berlin acht Mal Soforthilfe über insgesamt 80 TEUR für diverse Unternehmen beantragt haben, die es teilweise nicht gibt. 35 TEUR wurden bereits ausgezahlt.
23.04.2020 Bis zum 20.4. gab es in NRW 64 Geldautomatensprengungen, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es nur 28. Allein im April gab es bis zum Stichtag 11 Attacken, davon drei Sprengungen in einer Nacht. Nur in jedem dritten Fall gelang es den Tätern jedoch, Geld zu erbeuten. Der größere Teil der Sprengungen richtet ausschließlich teilweise hohe Schäden an den Gebäuden und manchmal auch Personenschäden an. Ermittler des Landeskriminalamtes sehen einen Zusammenhang des Anstiegs mit der Corona-Krise. Die Täter werden in den Niederlanden vermutet, dort sind die Grenzen zu Frankreich und Belgien geschlossen, deshalb weichen sie nach NRW aus.
22.04.2020 In den USA gab es ein Corona-Kreditprogramm für kleine Unternehmen, das nach dem Windhundverfahren vergeben wurde. Die Fördersumme war in knapp zwei Wochen aufgebraucht. Kleinunternehmer klagen gegen mehrere Banken wegen Bevorzugung großer Unternehmenskunden. Die Banken hätten die Weitergabe der Anträge kleiner Unternehmen an die zuständige Behörde verzögert. Die Behörde berichtete am letzten Tag des Vergabezeitraums wesentlich mehr kleine Kredite als drei Tage zuvor. JPMorganChase erklärte, dass es innerhalb der Bank abhängig von der Zahl der Anträge unterschiedliche Bearbeitungsgeschwindigkeiten im Firmen- und Privatkundenbereich gab.
21.04.2020 In Großbritannien verkaufte der Spezialversicherer Hiscox eine Betriebsschließungsversicherung mit Deckung bei „meldepflichtigen Erkrankungen“. Eine solche Versicherung hatte ein prominenter TV-Sternekoch abgeschlossen. Nachdem er auf behördliche Anordnung wegen der Corona-Pandemie 37 seiner Restaurants schließen musste, meldete er Ansprüche aus der Versicherung an. Doch Hiscox weigerte sich zu zahlen mit dem Hinweis, Betriebsunterbrechungen aufgrund der Allgemeinverfügung der britischen Regierung seien nicht versichert. Der Unternehmer wandte sich an die Öffentlichkeit, die Boulevard-Presse berichtete. Es brach ein Shitstorm über Hiscox los.
21.04.2020 In Bayern gibt es in ähnlicher Angelegenheit einen Kompromiss, den die bayrische Landesregierung zwischen Versicherern und Verbänden des Hotel- und Gaststättengewerbes vermittelt hat. So zahlen die Versicherer ihm Rahmen einer Betriebsschließungsversicherung für 30% der finanziellen Ausfälle betroffener Gaststätten zwischen 10 und 15% für die Dauer der vertraglich vereinbarten Zeit. Sechs Versicherer beteiligen sich an dieser Lösung: Allianz, Versicherungskammer Bayern, Zurich, Nürnberger, Haftpflichtkasse Darmstadt und Gothaer. Schätzungen zufolge kostet dieser Kompromiss die Versicherer rund 300 Mio. EUR.
20.04.2020 Die Investitionsbank Berlin hat binnen zwei Wochen über 190.000 Anträge auf Corona-Zuschuss bearbeitet. Für die schnelle Auszahlung der Zuschüsse verzichtete die Bank auf ein bürokratisches Antragsverfahren. Doch das birgt die Gefahr missbräuchlicher Anträge. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in 41 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug und vermutet, das sei "nur die Spitze des Eisbergs". Die Antragsteller geben falsche Namen an oder beantragen Zuschüsse für nicht existierende oder nicht mehr aktive Unternehmen. Bei einem Salafisten-Prediger und seiner Lebensgefährtin, die mit falschen Angaben zu ihrer gewerblichen Tätigkeit 18 TEUR Fördermittel erschlichen hatten, beschlagnahmte die Polizei die gesamte Fördersumme.
17.04.2020 Die Sächsische Aufbaubank ist von betrügerischen Webseiten zur Beantragung der Corona-Soforthilfen betroffen. Sie stoppte die Auszahlung am 16.4. Die Hamburgische Investitions- und Förderbank stoppte am 15.4. die Auszahlung der Soforthilfe, nachdem gefälschte Webseiten aufgetaucht waren, die seit 9.4. auf einem Server in der Slowakei waren. Finanzieller Schaden ist nicht entstanden. Am 16.4. war die Beantragung der Soforthilfe wieder möglich. Die IFB verlangt zusätzliche Dokumente und setzt Web-Crawler ein, die automatisiert nach gefälschten Webseiten mit ähnlichem Inhalt suchen. Außerdem arbeitet sie am Einsatz eines Video-Ident-Verfahrens.
16.04.2020 Die BaFin verzeichnete bislang keinen coronabedingten signifikanten Anstieg von meldepflichtigen IT-Sicherheits- oder Cybervorfällen. Sie warnt jedoch vor einem Anstieg der Cyberaktivitäten. IT-Fachleute sehen als Schwachstellen bei Banken Mitarbeiter im Homeoffice, die vermehrt Ziel von Social Engineering seien sowie geöffnete Fernwartungszugänge, die im Homeoffice nicht durch professionelle Firewalls geschützt sind.
15.04.2020 Ein Bankkunde war im Zuge der Coronavirus-Pandemie in Kurzarbeit. Seine Bank hatte ihm die Geschäftsbeziehung gekündigt und ihn zur Rückzahlung seiner Kontoüberziehung bis zum 8.4. aufgefordert. Der Kunde bat die Bank um eine verlängerte Rückzahlungsfrist, die Bank lehnte ab. Das Amtsgericht Frankfurt sprach ihm am 8.4. mit einer einstweiligen Verfügung eine verlängerte Frist zur Rückzahlung zu. Nach dem neuen Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie müssen Ansprüche auf Rückzahlung, Zinsen und Tilgung aus Darlehensverträgen mit Verbrauchern unter bestimmten Bedingungen gestundet werden. Die Bedingungen waren in diesem Fall erfüllt.
09.04.2020 Einige Tage bis zum 8.4. waren zwei Homepages mit gefälschten Websites online, die der Antragsseite des Landes NRW für Corona-Soforthilfen bis ins Detail glichen. Ein Webdesigner hatte die Fälschung bemerkt. Er hatte über Google nach dem Antragsformular gesucht und auf der gefundenen vertrauenswürdig aussehenden Seite seine Daten eingegeben, aber kein Geld erhalten. Das Landeskriminalamt NRW geht dem Verdacht nach, dass die Betreiber der gefälschten Websites Daten gutgläubiger Antragsteller abgegriffen haben, um selbst betrügerische Anträge zu stellen. Am 9.4. stoppte NRW in Abstimmung mit dem LKA die Auszahlung der Soforthilfe.
08.04.2020 Datenschützer warnen vor unzureichenden Datenschutzvorkehrungen beim beliebten Videodienstanbieter Zoom. So entdeckte die Washington Post Zoom-Videos frei zugänglich auf verschiedenen Plattformen. In Konferenzen tauchen nicht eingeladene Teilnehmer auf ("Zoombombing"). Der Schweizer Banken-Dienstleister DSwiss entfernte wegen der Mängel Zoom von allen Rechnern.
08.04.2020 Die Commerzbank führt Verhandlungen über den Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung an der polnischen M-Bank. Reiseeinschränkungen und Kontaktsperren haben jetzt dazu geführt, dass die Verhandlungen auf Eis liegen, was einen rechtzeitigen Abschluss des Projekts gefährdet.
07.04.2020 Die Onlinebank DKB hat die Servicezeiten ihres bislang 24/7 erreichbaren Kundenservice eingeschränkt: "Aufgrund der aktuellen Lage zum Coronavirus in Deutschland, ist unser Kundenservice ab sofort Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr [...] erreichbar."
06.04.2020 Die britische Finanzaufsicht rief die Banken und Versicherer auf, Dividendenzahlungen auszusetzen. Barclays, HSBC, Lloyds, Royal Bank of Scotland, Standard Chartered und weitere Banken folgten dem Aufruf. Aufgebrachte HSBC-Kleinaktionäre in Hongkong gründeten daraufhin die "HSBC Shareholders Alliance", um eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Bereits nach wenigen Tagen hatten sie zwei Prozent der Stimmrechtsanteile vereint, für die Einberufung einer Hauptversammlung notwendig sind fünf Prozent.
06.04.2020 Die EU-Versicherungsbehörde EIOPA forderte Versicherer auf, Dividendenzahlungen auszusetzen, bis die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 klarer werden. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hält ein pauschales Ausschüttungsverbot aber "derzeit für nicht geboten". Sie ist nicht an Weisungen der EIOPA gebunden. Die Münchener Rück wird eine Dividende ausschütten, auch Allianz und Talanx möchten das tun. Die Schweizer Bankenaufsicht Finma dagegen wird Schweizer Banken, die eine Ausschüttung beschließen, eine neue Eigenmittel-Erleichterung bei der Leverage Ratio in Höhe der geplanten Ausschüttung kürzen.
03.04.2020 Die BaFin und die Bundesbank teilten am 2.4.2020 mit, den für 2021 geplanten LSI-Stresstest (Less Significant Institutions) auf 2022 zu verschieben. Bereits Mitte März hatten die European Banking Authority (EBA) sowie die Europäische Zentralbank die für das laufende Jahr geplante Belastungsprobe europäischer Großbanken auf 2021 verlegt.
02.04.2020 Die Zahl der Geldautomatensprengungen hat sich im ersten Quartal in Nordrhein-Westfalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 17 auf 53 verdreifacht, es entstand ein Sachschaden von 3 Mio. EUR. Neben verschärften Sicherheitsmaßnahmen in den Niederlanden vermutet das Landeskriminalamt NRW auch, dass Kriminelle momentan die noch geöffneten Grenzen zu den Niederlanden und Belgien nutzen, bevor sie geschlossen werden.
01.04.2020 Viele deutsche Banken warnen ihre Kunden vermehrt vor Phishing-Mails, die mit Geschichten rund um den Corona-Virus versuchen, den Adressaten persönliche Informationen wie Zugangsdaten zum Electronic Banking zu entlocken. Das britische National Fraud Intelligence Bureau verzeichnete seit dem 1.2.2020 105 Berichte über solche Betrügereien in Großbritannien, die Schäden von 970 TGBP (1,1 Mio. EUR) verursachten.
01.04.2020 Bundesfinanzminister Olaf Scholz forderte die Hausbanken auf, in der Corona-Krise keine zu hohen Anforderungen an Kredite für kleine Unternehmen zu stellen. Jeder Bankmitarbeiter solle wissen, „dass das jetzt eine große, gemeinsame, nationale Anstrengung ist, die notwendig ist, wo jeder gewissermaßen ein bisschen Fünfe gerade sein lassen muss". Marija Kolak konterte im Namen der Deutschen Kreditwirtschaft, Banken und Sparkassen könnten „nicht von der Aufsicht vorgegebene Anforderungen oder ihre kaufmännische Sorgfalt über Bord werfen". Die KfW sichert 80 bis 90 Prozent der Kredite. Der Rest verbleibt bei der jeweiligen Hausbank.
31.03.2020 Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) wollte anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums in diesem Jahr vom 29.5.-12.7. in Zürich einen "Erlebnisgarten" realisieren. Hängende Gärten, Aussichtsturm, Pavillons sowie eine Bühne mit über 400 Veranstaltungen waren geplant. Im Februar 2020 waren die Bauarbeiten gestartet, die Baukosten waren mit 5 Mio. CHF veranschlagt. Wegen der Corona-Pandemie hat die ZKB hat die Jubiläumsaktivitäten ausgesetzt. Sie klärt derzeit eine Verschiebung des Projekts auf das nächste Jahr.
30.03.2020 Viele Banken haben Back-Office-Tätigkeiten an Outsourcing-Dienstleister in Indien oder auf den Philippinen ausgelagert. Auch dort gibt es Ausgangssperren. Die Dienstleister versuchen, ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Das ist in Schwellenländern eine Herausforderung.
30.03.2020 Die Investitionsbank Berlin stellt die Corona-Hilfen des Landes Berlin bereit. Sie erhielt 150.000 Anträge. Zeitweise stand die Online-Antragsseite nicht zur Verfügung. Außerdem kam es zu einer Datenschutzpanne: Nutzer, die erfolgreich einen Antrag gestellt hatten, erhielten einen Bestätigungslink mit den Antragsdaten anderer Antragsteller.
27.03.2020 Die KfW rechnet mit einer Antragsflut von 20.000 - 100.000 Anträgen zur Bewältigung der Corona-Krise. Bis jetzt sind bereits 443 Anträge im Volumen von 7,4 Mrd. EUR eingegangen. Rund 1.000 Mitarbeiter sind mit dem Aufbau und der Umsetzung der Corona-Hilfe beschäftigt, um eine zügige Abwicklung für die Firmen zu gewährleisten. Die Bundesregierung nimmt den Banken ein Ausfallrisiko ihrer Kunden von bis zu 90 Prozent ab.
26.03.2020 Auf Handelsplattformen kam es in den letzten Tagen häufig zu Überlastungen, besonders bei Zertifikaten.
26.03.2020 Die ABN Amro meldet einen Verlust aus Handelsgeschäften von 200 Mio. USD. Ein Kunde hatte mit Optionen und Futures gehandelt und konnte die Margin-Anforderungen im volatilen Markt nicht mehr erfüllen. Um weitere Verluste zu vermeiden, schloss ABN Amro die Positionen.
26.03.2020 In Deutschland wurden zahlreiche Förderkredite aufgelegt. Firmenkunden fluten die Banken mit Anfragen. Bei der NBank brach ein Server nach 250.000 Seitenzugriffen innerhalb weniger Minuten zusammen.
25.03.2020 Bei den Online-Depots der DKB gab es Lastprobleme infolge eines außergewöhnlich hohen Zugriffs. Wertpapierkäufe oder Depotauskünfte waren nicht möglich, Verkäufe nur telefonisch.
25.03.2020 Betrüger setzen eine neue Phishing-Variante ein: Ein Anrufer gab sich als Bankmitarbeiter aus. Er überzeugte den Angerufenen davon, dass sein Online-Banking-Zertifikat erneuert werden müsse. Aufgrund der Coronapandemie würde man dies zurzeit telefonisch erledigen. Der Angerufene gab persönliche Daten preis. Kurz darauf wurden von seinem Konto unautorisiert 14 TEUR ins Ausland angewiesen.
24.03.2020 Die Deutsche Bank schließt ab heute vorübergehend 210 ihrer 500 Filialen in Deutschland. Lt. Bank kamen zuletzt deutlich weniger Kunden. "Um die geforderten Hygienemaßnahmen in unseren geöffneten Standorten schnell und zeitnah umsetzen zu können" schließen die Berliner Volksbanken vom 23.-24.3. vorübergehend alle Standorte.

Was ist ÖffschOR?

ÖffSchOR übernimmt für Sie die Presserecherche nach Schadenfällen. ÖffSchOR ist eine Informationsdatenbank mit öffentlich bekannt gewordenen Schadenfällen aus operationellen Risiken im Finanzbereich. Sie können die Schadenfälle detailliert nachlesen sowie die Schadenfalldatenbank nach Verlustereigniskategorien, Geschäftsfeld, Region usw. durchsuchen und auswerten. Die Kategorisierung der Fälle ist nach CRR-Vorgaben standardisiert. Sie benötigen keine Investitionen in Technik, der Zugang erfolgt per Internet.

weitere Infos

Ihre Ansprechpartnerin
Petra Ludwig

Petra Ludwig

+49 228 8192-175