VÖB-Fachtagung für Vergütungsbeauftragte

Für die Kreditinstitute in Deutschland werden die regulatorischen Vorgaben für die Vergütungspraxis auch auf mittlere Sicht einigen Aufwand und Qualifizierungsbedarf nach sich ziehen. Banken sind in der jüngeren Vergangenheit mit umfangreichen Initiativen der Aufsichtsbehörden konfrontiert gewesen, die auf die Reduktion von Fehlanreizen, auf die Verbesserung einer Compliance- und Risikokultur sowie auf die Nachhaltigkeit einer langfristigen Compensation Governance abzielen sollen. Manche Institute versuchen den Aufwand dadurch zu reduzieren, dass sie auf variable Vergütungen gänzlich verzichten. Damit sind bankaufsichtliche Verpflichtungen der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) allerdings nicht vom Tisch. Die Überwachung der Angemessenheit der Ausgestaltung der Vergütungssysteme, die Berichterstattung in Form eines Vergütungskontrollberichts, die Unterstützung des Vergütungskontrollausschusses und des Aufsichts- oder Verwaltungsrates sowie die Auskunftspflicht gegenüber berechtigten Funktionen sind nur einige der unabdingbaren Aufgaben einer Bank.

Weitere Folgen der Vergütungsregulierung sind stark gestiegene Kosten, ein erhöhter Personalaufwand sowie eine zunehmende Komplexität in der Umsetzung. Hinzu kommt ein stetiger Anpassungsbedarf, denn mit der InstitutsVergV 4.0 steht 2019 bereits die nächste Novellierung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor der Tür. Das Rollenbild des Vergütungsbeauftragten wird sich im Gesamtkontext der Compensation Governance weiter schärfen und nach dem Vorbild der Compliance-Funktion an Bedeutung und Unabhängigkeit weiter gewinnen. Er bewegt sich in zunehmendem Maße in einem engen Geflecht von diversen Berichterstattungen zu den Vergütungssystemen und wird mit einem erhöhten Informations- und Qualifizierungsbedarf konfrontiert.

Vor diesem Hintergrund diskutieren wir mit ausgewiesenen Experten aus der Vergütungspraxis die aktuellen Herausforderungen, Lösungsansätze und Chancen für Kreditinstitute aller bankgewerblichen Säulen. Wir geben einen Einblick in die Compensation Governance verschiedener Kreditinstitute und fördern mit dieser VÖB-Fachtagung den fachlichen Austausch untereinander.

Geplante Themen (Änderungen vorbehalten):

  • Effekte der (novellierten) InstitutsVergV auf die Marktpraxis (z.B. Vorstands-, Risk Taker- und Vertriebsvergütung, Offenlegung u.a.)
  • Bankaufsichtliche Sonderprüfungen der Vergütungspraxis
  • Konzernlösung oder Outsourcing? Verschärfte Anforderungen an die Unabhängigkeit des Vergütungsbeauftragten
  • Auswirkungen neuer nationaler und EU-rechtlicher Neuerungen (z. B. EU-Risikoreduzierungspaket, Kündigungsschutz Risk Taker)
  • Diener zweier Herren? Die Doppelrolle von Compliance nach InstitutsVergV und MaComp
  • Vergütungssysteme als Teil der Risikokultur

Referenten / Panelisten (Zusagen):

  • Désirée Rosenberger, Referentin Bankenaufsicht, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  • Dr. Hagen Christmann, Bereichsleiter Recht und Steuern, Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB
  • Werner Klein, Inhaber, compgovernance

Die vollständige Agenda sowie weitere Details zur Veranstaltung folgen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 490,00 EUR (umsatzsteuerfrei gemäß §4 Nr. 22a UStG)

Termin: Donnerstag, 24. Oktober 2019, 10:00 Uhr - ca. 16:30 Uhr
Veranstaltungsort: VÖB-Service GmbH, Godesberger Allee 88, 53175 Bonn
Ansprechpartnerin: Anne-Christine Hänig, (Tel.: 0228 / 8192 - 280; E-Mail: anne-christine.haenig[at]voeb-service.de)