08.09.2020

Weniger Bankangestellte durch Konsolidierung und Digitalisierung

Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe ist im Jahr 2019 abermals um 1,8 Prozent auf 561.450 gesunken (Vorjahr: 571.700). Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Personalabbau weiter fort; in den beiden Vorjahren hatte sich die Beschäftigtenzahl um 2,5 bzw. 3,8 Prozent verringert. Zu diesen Ergebnissen kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung. In den vergangenen 10 Jahren hat die Kreditwirtschaft somit mehr als 100.000 Arbeitsplätze verloren, seit der Jahrtausendwende sogar über 213.000 Stellen. Die meisten Arbeitsplätze bauten im Jahr 2019 die Sparkassen ab (minus 4.600), am schwächsten – jedenfalls in absoluten Zahlen – die Landes- und Förderbanken (minus 350). Allein die Deutsche Bundesbank weist zum Vorjahr ein Plus von 200 Stellen aus.

Ursache ist neben dem anhaltenden Konsolidierungsprozess auch der anhaltende Umbau der Geschäftsmodelle bei fortschreitender Digitalisierung. Hinzu kommt die stete Reduzierung der Bankfilialen. Dabei spiegelt die Beschäftigungsentwicklung auch bereits länger laufende Personalabbauprogramme vor allem in größeren Häusern wider. Entsprechend gab es den stärksten Personalabbau in der Gruppe der Großbanken, wie der AGV Banken errechnet hat. Bei den Privatbankiers bewegte sich die Beschäftigungsentwicklung im Branchendurchschnitt, etwas geringeren Personalabbau meldeten die Regional- und Hypothekenbanken. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist innerhalb eines Jahres um 0,6 Prozentpunkte gestiegen und liegt bei etwas mehr als einem Drittel: 2019 waren 34,3 Prozent aller außertariflich Angestellten weiblich (Vorjahr: 33,7). Leicht erhöht hat sich auch über alle Beschäftigten hinweg die Teilzeitquote: 26,0 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Teilzeit (Vorjahr: 25,6 Prozent).

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Dr. Stefan Hirschmann
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