30.11.2018

Der Aufwand für Vergütungs-Compliance bleibt hoch

InstitutsVergV 4.0 steht schon vor der Tür

Für die Kreditinstitute in Deutschland werden die regulatorischen Vorgaben für die Vergütungspraxis auch auf mittlere Sicht einigen Aufwand und Qualifizierungsbedarf nach sich ziehen. Banken sind in der jüngeren Vergangenheit mit umfangreichen Initiativen der Aufsichtsbehörden konfrontiert gewesen, die auf die Reduktion von Fehlanreizen, auf die Verbesserung einer Compliance- und Risikokultur sowie auf die Nachhaltigkeit einer langfristigen Compensation Governance abzielen. Oder besser: Abzielen sollen. Denn wieweit das Regulativ tatsächlich positive Implikationen gezeigt hat, wird in der Branche durchaus unterschiedlich bewertet. Manche Institute versuchen den Aufwand dadurch zu reduzieren, dass sie auf variable Vergütungen gänzlich verzichten.

Der Wegfall der variablen Vergütung kommt aber nicht der Verabschiedung aus der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV) gleich, wie Walter Wohlhage, Vergütungsbeauftragter der NRW.Bank im Rahmen der Konferenz „Vergütungs-Compliance 2018“ bei der Academy of Finance in Bonn zu berichten weiß. Viele originären Aufgaben eines Vergütungsbeauftragten verbleiben auch nach einer Umstellung auf ausschließliche Fixkomponenten in einer Bank. Dazu gehören etwa die Überwachung der Angemessenheit der Ausgestaltung der Vergütungssysteme, die Berichterstattung in Form eines Vergütungskontrollberichts, die Unterstützung des Vergütungskontrollausschusses und des Aufsichts- oder Verwaltungsrates sowie die Auskunftspflicht gegenüber berechtigten Funktionen. „Abschreckend wirken zudem die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen und signifikant höhere Vergütungskosten bei einer konsequenten Verfixung“, erklärt der Düsseldorfer Vergütungsprofi und Berater Werner Klein.

Eines indes bleibt somit unstrittig: Die Folgen der Vergütungsregulierung sind stark gestiegene Kosten, ein erhöhter Personalaufwand sowie eine zunehmende Komplexität in der Umsetzung. Hinzu kommt ein stetiger Anpassungsbedarf, denn mit der InstitutsVergV 4.0 steht 2019 bereits die nächste Novellierung vor der Tür, wie Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) durchblicken ließen.

Das Rollenbild des Vergütungsbeauftragten wird sich im Gesamtkontext der Compensation Governance weiter schärfen und nach dem Vorbild der Compliance-Funktion an Bedeutung und Unabhängigkeit weiter gewinnen. Er bewegt sich in zunehmendem Maße in einem engen Geflecht von diversen Berichterstattungen zu den Vergütungssystemen und wird mit einem erhöhten Informations- und Qualifizierungsbedarf konfrontiert.

Mehr Infos zu Grundlagenschulungen, Qualifizierungsangeboten und Vertiefungsseminaren für Vergütungsbeauftragte unter www.academy-of-finance.de.

Ihr Ansprechpartner:
Reinhard Zschäbitz
Leiter der Academy of Finance
Telefon: +49 228 8192-281
E-Mail: reinhard.zschaebitz@voeb-service.de