E-Learning: Sustainable Finance im Überblick

Beschreibung

Für alle Wirtschaftsakteure zeichnet sich immer mehr ab, dass „Nachhaltigkeit“ zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor wird oder bereits geworden ist. Unlängst ist der gesellschaftliche Ruf, die Anstrengungen beim  Klimaschutz zu intensivieren, nicht mehr aus der öffentlichen Debatte weg zu denken. Befeuert von den auch selbst in Deutschland spürbaren Auswirkungen (Hitzewellen, Waldbrände, Dürren, Niedrigwasser, Ernteausfälle,…) werden die öffentlichen Forderungen nach einem konsequenteren Durchgreifen der Politik immer lauter.

Dabei liegt es im ureigenen Interesse des Finanzdienstleistungssektors, sich frühzeitig und umfassend mit dem Thema Nachhaltigkeit zu befassen. Nicht zuletzt, weil Klimaereignisse direkte Auswirkungen auf die Risikoprofile der Banken haben. Durch transitorische (politisch getriebene Folgen, wie zB der Atom-/Kohle Ausstieg) oder physische Risiken (direkte Auswirkungen durch ein Klimaereignis, wie zB Unwetterereignisse) verschieben sich die Risikoprofile der Banken. Unternehmen müssen bankintern neu bewertet und dabei analysiert werden, wie gut deren Innovations- und Anpassungsfähigkeiten hinsichtlich eines klimaschonenderen Geschäftsmodells sind. Gleichzeitig erfordert die Transformation der Unternehmen und Gesellschaft, hin zu einer CO2-neutralen oder ärmeren Wirtschaft, enorme finanzielle Mittel. Diese Finanzmittel müssen allokiert und an ESG-Kriterien geknüpft wieder im Markt verteilt werden. Sodass dieser Kraftakt  durchaus auch Geschäftspotentiale für Banken eröffnet, in dem diese ihre Kunden bei der Transformation begleiten und das dafür notwendige Kapital bereitstellen (Sustainable Finance).

Die EU Gesetzgeber, als auch die Bundesregierung und nationale wie europäische Aufsichtsbehörden haben sich das Thema Nachhaltigkeit bereits als Schwerpunkt auf die Arbeitsagenda gesetzt (EU-Green Deal, EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums, BaFin Merkblatt 2019).
In der Folge sind die, zuvor meist auf freiwilliger Basis angestrengten Nachhaltigkeitsengagements, durch einen gesetzlichen normativen Rahmen ergänzt oder gar verdrängt worden. So sind eine vielzahl von Unternehmen zukünftig verpflichtet ihre nicht-finanziellen Kennzahlen offen zu legen (CSRD-Berichtspflicht) oder Finanzdienstleister verpflichtet Nachhaltigkeitskennzahlen zu ihren Produkten zu berichten (SFDR-Berichtspflicht). Auch in der Anlageberatung müssen seit dem 02. August 2022 verpflichtend die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden abgefragt werden und nicht zuletzt die EU-Taxonomie; das Herzstück der aktuellen EU-Bemühungen, mehr Transparenz, Vergleichbarkeit und Steuerbarkeit in Puncto Nachhaltigkeit in die Märkte zu bringen. Dieser aufwendig erarbeitete Kriterienkatalog, der klassifiziert ob eine EU-weit definierte „wirtschaftliche Aktivität xy“ die EU-Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt und damit einen potentiell positiven „grünen“ Umweltbeitrag zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft liefern kann, könnte zum Game-Changer werden. Das Umdenken, weg von der Bewertung eines ganzen Unternehmens, hin zu der Einzelbetrachtung von Wirtschaftsaktivitäten eröffnet allen Marktakteuren nun komplett neue Möglichkeit – vorausgesetzt die Daten sind verfügbar!

So wird deutlich das „Sustainable Finance“ keineswegs eine politische Antwort auf ökologische Strömungen oder gar Fridays For Future Aktivisten ist, sondern die Konsequenz auf grundlegend veränderte geschäftspolitische Logik in Zeiten von Klimawandel und massiven strukturellen Veränderungen.

In diesem E-Learning wird ein Überblick vermittelt, was Nachhaltigkeit im Kontext von Banken und Finanzdienstleistern bedeutet und auf das hier oben beschriebene Spannungsfeld und die Auswirkungen für Banken eingegangen. Es zeigt die historische Entwicklung und Definition von Nachhaltigkeit auf und behandelt die „Evolutionsstufen“ der Nachhaltigkeit bis zum aktuellen Status Quo. Neben den jüngsten (Markt-) Entwicklungen, werden relevante Standards und Initiativen im Kontext von Sustainable Finance vorgestellt und ein Blick auf die aktuelle EU-Regulatorik geworfen. Im Verlauf erschließt sich für die Teilnehmer dann ein kohärenteres Bild, das erlaubt eine erste Bewertung von Chancen & Risiken zu wagen und vielleicht auch die Frage beantwortet: Wo liegt die Pflicht, wo die Kür?

Dieses E-Learning wurde aufgezeichnet am 04.08.2022 und hat eine Dauer von ~65 Minuten.
Bei Buchung erhalten Sie ebenfalls die Präsentation (PDF) des Referenten.

Inhalte

  • Definition Nachhaltigkeit, Eingrenzung Sustainable Finance, Stakeholder-Spannungsfeld der Megatrends
  • Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements in Banken (von der Betriebsökologie, über CSR zum ESG Management)
  • Entwicklungen, Standards, Initiativen und Regulatorik (EU Green Deal, EU Aktionsplan für nachhaltiges Wachstum, UN Sustainable Development Goals, CSRD, SFDR, EU-Taxonomie, Green Asset Ratio, EZB-Klimarisikostresstest)
  • Überblick Markt nachhaltiger Produkte, organisatorische Verankerung von Nachhaltigkeit in Banken
  • Handlungsempfehlung um Sustainable Finance-Fähigkeit zu steigern

Teilnehmerkreis

Dieses E-Learning richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Firmenkunden- und Privatkundenberatung, Vermögensverwaltung und Risikomanagement, vorrangig aus Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen sowie Kapitalverwaltungsgesellschaften.

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Ihr Ansprechpartner
Philip Schmengler

Philip Schmengler

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Seminarsprache
Deutsch
Referenten
Gebühr
99,00 EUR (umsatzsteuerfrei gemäß §4 Nr. 22a UStG)